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Kriminell gutes Bühnenspektakel beim Hau-Ruck

SAARBURG  Bei der Premiere der vier närrischen Krimi-Nächte des Hau-Ruck begeisterten die Saarburger Narren in der restlos ausverkauften Stadthalle alle Gäste und zogen wieder einmal sämtliche Register ihres Könnens. Dabei boten die rd. 120 Aktiven in einer rd. 5-stündiger Live-Sitzung ein kriminell gutes und rundherum ausgewogenes Programm, welches wiederum höchsten Ansprüchen gerecht wurde. Das Krimi-Motto wurde dabei teilweise so realistisch dargeboten, dass sich viele Gäste durch die fantastische Dekoration, herrliche Kostümierung und tolle Saal-Ausstattung in einen spannungsreichen Kriminalfilm hinein versetzt fühlten.

 

Nachdem der souveräne Sitzungs- und Humorgerichtspräsident Johannes Kölling, der seit neuestem zusammen mit Philipp Zilliken als Programmverantwortlicher die Bühnengeschicke des Hau-Ruck steuert, die närrische Verhandlung eröffnet hatte, erklang traditionsgemäß das Mottolied: „Gell mir han en schöne Stadt“. Anschließend präsentierten die jüngsten Aktiven beim Tanz der Hau-Ruck Kindergarde (Leitung: Marion Lellig) sowie der Juniorengarde I (Leitung: Daniela Gillet) einen mit viel Spass und Eifer vorgetragenen Tanz.

 

Vor der prächtigen Bühnen- und Saalkulisse des Humorgerichtshofes, welche in unzähligen Arbeitsstunden vom Bühnen- und Deko-Team unter der Leitung von Hanno Becker, Meta Pletsch, Anke Becker und Bettina Fisch erstellt wurde, berichtete der Musikant Uwe Meyer mit seinen „straffälligen“ Kindern (Ellen Merten u. Nico Lellig) auf vergnügliche Weise vom Leben als alleinerziehender Vater hinter schwedischen Gardinen.

 

Nachdem die fünf Gardemädchen (Kathrin Bauer, Kathrin Jager, Judith Wörz, Inga Turbing und Fiona Baudner) ihr großes akrobatisches Talent als Solotänzerinnen unter Beweis gestellt hatten, hielt der närrische „Ober-Staadt“-Anwalt Peter Merten ein sprachlich ausgefeiltes und überaus niveauvolles närrisches Polit-Plädoyer in „wohltemperiertem“ Reim.

 

Glücklich den räuberischen Gefilden des Hunsrückes entronnen sorgte die Hau-Ruck Chorgruppe (Luitwin Fritz, Jürgen Fürmeyer, Johannes Gitzinger, Edgar Lahr, Rudi Merz, Michael Turbing, Ltg. Christoph Görgen) mit schwungvoll vorgetragenen selbstgetexteten Liedern für beste Stimmung im Saal.

 

Die moselfränkische Version des Räuber Hotzenplotzes alias Bühnen-Allrounder Hardy Meyer berichtete dann vom anstrengenden Leben als „Trierer-Outlaw“. Ein klasse Witzvortrag mit spitzen Pointen, der für viel Bewegung und Lachen im Humor-Gerichtssaal sorgte.

 

Besonders groß geschrieben wird beim Hau-Ruck die Nachwuchsarbeit. Dies bewiesen unter anderem auch die Tänzerinnen der Jugendgarde II (Leitung: Daniela Gillet), die bereits im Vorfeld der närrischen Session mehrere Auszeichnungen bei überregionalen Tanzturnieren einheimsen konnten. Mit einem temporeichen und ausdrucksvollen Marschtanz begeisterten sie das Publikum.

 

Der närrische Privat-Detektiv Berthold Kramp gehört seit Jahren als Rathaustelefonist zu den absoluten Höhepunkten der Hau-Ruck-Sitzungen. Erneut zog er alle Register seines Könnens, so dass kaum jemand vor keiner Überraschung sicher war. Das Urteil über diese starke Leistung lautete: Freispruch auf Bewährung im nächsten Jahr!

 

 

 

Die „Original Wunderländer“ vom Musikverein Beurig unter der Leitung von Edgar Becker und Gerd Reinsbach, die jeden Büttenredner mit einer eigens auf den Vortrag abgestimmten Musikstück begleiten – eröffneten dann die zweite Programmhälfte des Programms.

 

Stefan Derrick und Harry Klein (Hardy Meyer und Detlef Reinert) fabulierten in einer überaus spaßigen Slapstick-Nummer über ihre Familienverhältnisse und ihren nächsten Polizeieinsatz. Eine klasse Showeinlage zweier toller Komödianten.

 

Geheimagent 007 (Luitwin Fritz) und seine attraktive Sekretärin (Jutta Pfeiffer-Jungblut) boten in einem humorvollen Zwiegespräch tolle Witze, hervorragende Mimik und Gestik, die wie in jedem Jahr für ausgelassene Stimmung im Saal sorgte.

 

Die attraktiven „Dissonanten Tanten“ vom Hau-Ruck (Walli Hoffmann, Gaby Heinz, Antonia Kalle, Walli Merten, Evi Pauly und Silke Reinert) sorgten als „Saarburger Deluxe-Version“ der Jacobs-Sisters mit tollen Liedern für richtig Stimmung im Saal; ein absoluter Augen- und Ohrenschmaus.

 

Nachdem die Aktivengarde (Leitung: Daniela Gillet) einen schnellen, überaus exakt und zackig dargebotenen Gardetanz präsentiert hatte, berichtete Alexander Krier als Dorfpolizist vom Saargau von seinem täglichen Erlebnissen als Ordnungshüter. Gute Witze, verpackt in perfektem Mundart-Reim, ließen im närrischen Auditorium kein Auge trocken.

 

Das Hau-Ruck Sorglos-Theater (Idee und Leitung: Rainer Kind) sorgte mit dem kürzesten Krimi der Literaturgeschichte für Chaos, Nervenkitzel und Spannung. Eine Super-Nummer, die mächtig Gänsehaut im Publikum erzeugte und Alfred Hitchcock oder Edgar Wallace alle Ehre machte.

 

Als anmutige Bond-Girls verzauberten die hübschen, austrainierten Damen des Hau-Ruck-Balletts (Leitung: Daniela Gillet) nicht nur das männliche Publikum. Für diese Leistung war selbstverständlich eine riesige Hau-Ruck-Rakete fällig.

 

Den vielen Baustellen in Saarburg widmete sich dann der Vortrag von Andreas Jager, der den Reigen der Büttenredner abschloss. Dabei mutierte „sein“ Heimatstadtteil innerhalb von zwei Jahren zur Mega-City „Beurig21“. Mit der ihm eigenen engagierten Vortragsweise konnte er zu später Stunde nochmals die Lebens- und Narrengeister im Saal wecken, ehe dann die „Stimmungs-Panzerknacker“ (Günter Zehren, Johannes Kölling und Armin Kohn) mit ihren Songs und Liedern nochmals für viel Bewegung im Saal sorgten.

 

Mit dem großen Finale aller Aktiven endete ein wiederum sehr niveau- und humorvolles, kriminell gutes Fastnachts-Live-Programm, das dem Hau-Ruck alle Ehre machte und erklärt, warum seit Jahren die Eintrittskarten für die Saarburger Sitzungen mehr als begehrt sind. Präsident Roland Hoffmann, seit Jahren Garant und „Gallionsfigur“ der traditionsreichen Gesellschaft, konnte zu Recht stolz auf seine vielköpfige Fastnachts-Mannschaft sein.

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