
Beim ersten großen Hau-Ruck-Rendezvous in der restlos ausverkauften Stadthalle begeisterten die Saarburger Narren erneut und zogen alle Register ihres Könnens. Der endgültige Abzug der französischen Freunde und deren Folgen für Stadt und Land standen im Mittelpunkt der Kappensitzung, bei denen der Hau-Ruck seinen Gästen ein über 5-stündiges, buntes und überaus kurzweiliges Programm bot, das höchsten Ansprüchen gerecht wurde. Französische Lebensart wurde dabei teilweise so realistisch dargeboten, dass sich viele Gäste durch die mottogerechte Dekoration, herrliche Kostümierung und tolle Saal-Ausstattung in das Pariser Künstlerviertel Montmartre sowie das erlebnisreiche Nachtleben der französischen Hauptstadt versetzt fühlten. Nachdem der souveräne „Maitre“, Sitzungspräsident Johannes Kölling, nach Präsentation des herrlichen und originellen Bühnenbildes, welches in unzähligen Arbeitsstunden vom Bühnen- und Deko-Team unter der Leitung von Hanno Becker und Bettina Fisch erstellt wurde, und dem Hissen der französischen Fahne das Programm eröffnet hatte, erklang das Mottolied: „Gell mir han en schöne Stadt“. Anschließend präsentierten die jüngsten Aktiven beim Tanz der Hau-Ruck Kindergarde (Leitung: Marion Lellig) sowie der Juniorengarde I (Leitung: Daniela Gillet) einen mit viel Spass und vollem Eifer vorgetragenen Tanz. Zum ersten Mal in der Hau-Ruck Bütt zeigte dann Nicolas Lellig, was so alles in ihm steckt. Als französischer Austauschschüler berichtete er mit treffenden Pointen von seiner Familie und dem mühseligen Schulalltag. Nachdem die Hau-Ruck Chorgruppe (Luitwin Fritz, Jürgen Fürmeyer, Johannes Gitzinger, Edgar Lahr, Rudi Merz, Heinz Rassier, Michael Turbing, Ltg. Christoph Görgen) wie mehrmals an diesem Abend, mit schwungvoll vorgetragenen Liedern und herrlich kostümiert für beste Stimmung im Saal sorgten, berichtete der närrische Feingeist Peter Merten, der zusammen mit Philipp Zilliken auch die Hau-Ruck-Videowand auf der Bühne mit humorigen Beiträgen fütterte – in geschliffenem Reim von den politischen und städtischen Vorkommnissen des letzten Jahres. Besonders groß geschrieben wird beim Hau-Ruck die Nachwuchsarbeit. Dies bewiesen unter anderem auch die Tänzerinnen der Jugendgarde II (Leitung: Daniela Gillet). Mit einem temporeichen und ausdrucksvollen Marschtanz begeisterten sie das Publikum. Louis XIV. und Madame Pompadour durften nicht fehlen: Einen hervorragenden Auftritt bot das „streitbare“ Ehepaar Jutta Pfeiffer-Jungblut und Luitwin Fritz. Tolle Witze, hervorragende Mimik und Gestik sowie eine perfekte Vortragsdarbietung waren Trumpf. Die attraktiven „Dissonanten Tanten“ vom Hau-Ruck (Walli Hoffmann, Gaby Heinz, Antonia Kalle, Walli Merten, Evi Pauly und Silke Reinert) sorgten mit einem Mireille-Mathieu-Medley für angenehme, französisch „kuschelige“ Stimmung im Saal, ehe dann die fünf Gardemädchen (Kathrin Bauer, Kathrin Jager, Judith Wörz, Inga Turbing und Fiona Baudner) ihr großes akrobatisches Talent als Solotänzerinnen unter Beweis stellten. Seit 20 Jahren dabei und immer besser: Berthold Kramp als Rathaustelefonist gehört seit Jahren zu den absoluten Höhepunkten des Hau-Ruck Programms. Erneut zog er alle Register seines Könnens, so dass die lokalen Politgrößen – aber auch seine liebe Gattin und seine Schwiegermutter – vor keiner Überraschung sicher waren. Eine starke Leistung, die zu Recht mit einer närrischen Rakete belohnt wurde. Die weit bekannten „Original Wunderländer“ vom Musikverein Beurig – die jeden Büttenredner mit einer eigens auf den Votrag abgestimmten Musikstück begleiten – eröffneten dann die zweite Programmhälfte des Hau-Ruck-Programms Eine verdiente Ehrung erfuhr dann der langjährige Aktive Manfred Hoffmann: Er wurde auf Grund seiner großen Verdienste um den Hau-Ruck zum Senator der Gesellschaft ernannt. Langanhaltender Beifall war der bescheidene Dank für jahrzehntelange engagierte und überaus verlässliche Mitarbeit zum Wohle des Hau-Rucks und zur Erbauung des närrischen Auditoriums. Nachdem die Aktivengarde (Leitung: Daniela Gillet) einen schnellen, überaus exakt dargebotenen Gardetanz präsentiert hatten, suche Alexander Krier als Bauer eine Frau. Mit tollem Reim berichtete er überaus humorvoll von seinen Erlebnissen bei seinen „Blind-Dates“, ein klasse Vortrag der kein Auge trocken ließ. Staatstragend wurde es dann bei der Parodie „Angela Merkel“ und „Nicolas Sarkozy“ (Christopher Becker und Hardy Meyer) auf der Bühne beim Hau-Ruck. Die beiden Erz-Komödianten zogen alle Register ihres Könnens und wurden mit langanhaltendem Beifall bedacht. Das Hau-Ruck Sorglos-Theater (Idee und Leitung: Rainer Kind) ließ mit seiner Straßenszene aus St. Tropez die Herzen aller Frankreich-Freunde hochschlagen. Mit einer spritzig witzigen Darbietung trafen sie genau den Geschmack der Zuschauer, die sich vor Lachen kringelten. Das war reif für eine der großen Pariser Showbühnen: Mit ihrem Can-Can verzauberten die hübsche, austrainierten Damen des Hau-Ruck-Balletts (Leitung: Daniela Gillet) nicht nur das männliche Publikum. Für diese tolle Leistung war selbstverständlich eine weitere Fastnachts-Rakete fällig. Als Maskottchen der Landesgartenschau 2014 in Beurig schloss dann Andreas Jager den Reigen der Büttenredner beim Hau-Ruck. Mit zündenden Witzen und der ihm eigenen engagierten Vortragsweise konnte er zu später Stunde nochmals alle Lebens- und Narrengeister im Saal wecken, ehe dann die französische Tricolore eingeholt wurde und die französischen Freunde symbolisch aus Saarburg verabschiedet wurden. Ein sehr emotionaler Moment, bei dem vielleicht sogar ein paar Tränen im Publikum vergossen wurden. Mit einem großen bunten Finale endete ein wiederum sehr niveau- und humorvolles, buntes Fastnachts-Live-Programm, das dem Hau-Ruck wiederum alle Ehre machte und erklärt, warum seit Jahren die Eintrittskarten für die Saarburger Kappensitzung so überaus begehrt sind. „President“ Roland Hoffmann, seit Jahren Garant und „Gallionsfigur“ der traditionsreichen Gesellschaft, konnte zu Recht stolz auf seine vielköpfige Fastnachts-Mannschaft sein.




